Alufelgen pulverbeschichten oder lackieren?

Warum die Pulverbeschichtung bei der Felgenaufbereitung das Verfahren der ersten Wahl ist, welche Vorteile sie gegenüber der Nasslackierung hat, wann beide Verfahren kombiniert werden und warum die Acrylpulverbeschichtung als Versiegelung unschlagbar ist.

Dipl.-Kfm. Thomas Beez · 12. Juli 2019 · Lesezeit 2 Min.

Pulverbeschichtete Alufelgen in verschiedenen Farben

„Bei der Aufbereitung von Felgen ist das Verfahren der Pulverbeschichtung heute nicht mehr wegzudenken. Es stellt immer das Verfahren der ersten Wahl dar, auch wenn es im Vergleich zur Nasslackierung eine geringere Auswahl an Farben bietet. Falls die gewünschte Farbe nicht durch eine reine Pulverbeschichtung realisiert werden kann, sollte zumindest eine Kombination aus beiden Verfahren angewendet werden. Als Versiegelung ist die Acrylpulverbeschichtung unschlagbar.“

Dipl.-Kfm. Thomas Beez, Felgenexperte und Geschäftsführer der Mainhattan-Wheels GmbH

„Ich möchte meine Felgen aufbereiten lassen. Soll ich die Felgen besser pulverbeschichten oder lackieren?“ Diese Frage stellen uns viele Kunden, wenn es um die Auswahl der geeigneten Bearbeitungsvariante geht. Für viele ist es schwierig, gezielt nach dem optimalen Verfahren zu suchen, denn in der Regel wissen nur Fachkundige über die verschiedenen Verfahren Bescheid.

Lackieren ist nicht immer das Original

Meist wird nach einer Lackierung gefragt, um den Originalzustand wiederherzustellen, obwohl die Felgen bei der Herstellung zum Beispiel pulverbeschichtet, poliert oder glanzgedreht wurden. Felgenbesitzer können davon ausgehen, dass die Oberfläche einfarbiger Felgen bei der Produktion entweder pulverbeschichtet, lackiert oder durch eine Kombination beider Verfahren hergestellt wurde.

Oftmals ist für Kunden, die nach einer Lackierung verlangen, die Möglichkeit einer Pulverbeschichtung gar nicht präsent. Das liegt vor allem daran, dass die Pulverbeschichtung im Vergleich zur Nasslackierung noch relativ neu ist. Während die Nasslackierung etwa seit dem 12. Jahrhundert existiert, wurde die Pulverbeschichtung erst in den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelt.

Die Vorteile der Pulverbeschichtung

Die Pulverbeschichtung weist wesentliche Vorteile gegenüber einer Nasslackierung auf:

  • preislich attraktiver
  • lösemittel- und emissionsfreies Verfahren und dadurch weniger umweltschädlich, auch aufgrund der höheren Materialausbeute
  • bessere Oberflächengüte, deutlich schlag-, kratz- und abriebfester sowie chemiebeständiger
  • nach dem Erkalten der Oberfläche sofort belastbar
  • höhere Schichtdicke und damit weniger empfindlich gegenüber einem schlechten Untergrund

Beim Pulverbeschichten von Felgen wird in der Regel auch nicht auf alten Lack- oder Pulverlackschichten aufgebaut, sondern es findet ein kompletter Neuaufbau der Oberfläche statt.

Der Vorteil der Nasslackierung: jede Farbe

Dennoch bietet die Nasslackierung immer noch einen entscheidenden Vorteil: Es können alle erdenklichen Farbwünsche realisiert werden. Im Pulverlackbereich ist die Auswahl an Farben lange nicht so vielfältig, auch wenn die Produktpalette der Pulverlackhersteller in den letzten zehn Jahren deutlich größer geworden ist.

Die Kombination beider Verfahren

Renommierte Betriebe in der Oberflächentechnik von Felgen bieten längst eine Kombination beider Verfahren an. Falls ein Kunde einen Farbwunsch äußert, der nicht ausschließlich mit Pulverlack umgesetzt werden kann, werden die Felgen zunächst mit Pulverlack grundiert, dann nasslackiert und anschließend wieder mit Acrylpulverlack versiegelt.

Die Nutzung von Acrylat-Pulverlacken (Acrylpulverbeschichtung) als letzter Beschichtungsschritt ist aus der professionellen Felgenbeschichtung nicht mehr wegzudenken. Dieser transparente Klarlack sorgt für ein Maximum an Witterungsbeständigkeit und damit für ein nachhaltiges Ergebnis der Felgenaufbereitung. Beide Verfahren und ihre Preise beschreiben wir unter Pulverbeschichten und Lackieren und in der Preisliste.